Was sind Anleihen bzw. Rentenpapiere?

 
 

Bei Anleihen bzw. Rentenpapieren beteiligt sich der Kapitalgeber nicht an der Institution, dem Unternehmen oder dem Staat, sondern er gibt lediglich einen Kredit. Für die Gewährung dieses Kredits bekommt der Anleger einen vorher fest vereinbarten Zins und am Ende der Laufzeit sein Geld zurück.

Die bekanntesten und gängigsten Anleihearten sind:

  • Bundesschatzbriefe und Finanzierungsschätze des Bundes: Daueremissionen, die über inländische Geschäftsbanken verkauft werden und nicht zum Börsenhandel zugelassen sind. Die Zinszahlung kann bei Bundesschatzbriefen jährlich erfolgen (der sog. Typ A) oder am Ende der Laufzeit (Typ B), bei Finanzierungsschätzen erfolgt sie am Ende. Bundeschatzbriefe haben eine Laufzeit von sechs bis sieben Jahren, die Finanzierungsschätze nur ein bis maximal zwei Jahre. Die Bundeschatzbriefe können jederzeit nach dem ersten Jahr je Gläubiger bis zu € 5.000,- innerhalb von 30 Zinstagen zurückgegeben werden. Eine Rückgabe von Finanzierungsschätzen ist nicht möglich. Beide Wertpapiere können bei der Bundesschuldenverwaltung kostenlos deponiert werden.

  • Bei Bundesobligationen und Bundesanleihen handelt es sich um börsennotierte, festverzinsliche Wertpapiere, die jederzeit zum Börsenkurs ge- und verkauft werden können. Die Zinszahlung erfolgt jährlich, die Laufzeit beträgt bei Neuemissionen zwischen fünf und zehn Jahren. Bei den Bundesobligationen handelt es sich um Daueremissionen des Bundes, während die Bundesanleihen sporadisch nach Bedarf herausgegeben werden. So wie der Bund sich auf diese Art finanziert, tun dies auch die Kommunen mit Kommunalobligationen.

  • Bankschuldverschreibungen und (Hypotheken-) Pfandbriefe sind Schuldtitel, die den Geschäftsbanken Gelder zur Kreditfinanzierung einbringen. Pfandbriefe dienen ausschließlich zur Finanzierung von Grundstücken und Gebäuden.

  • Industrieobligationen und Industrieanleihen: Hierunter versteht man mittel- und langfristige Schuldverschreibungen von inländischen Unternehmen, die keine Banken sind. Eine spezielle Form sind Wandelanleihen, bei denen der Anleger zunächst eine Schuldverschreibung erhält, die er am Ende der Laufzeit unter bestimmten Bedingungen in Aktien umwandeln kann.

Generell gilt: Je besser die Bonität des Schuldners, desto niedriger ist der Zins.