Ausgabe 05, August 2000

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Liebe Leserinnen und Leser
Und es ist Sommer, wie jedes Jahr. Was geschieht »börsentechnisch« im Sommer? Nicht viel, die Kurse bröckeln und wie verhalten sich die geschätzten Privatanleger? Sie halten sich zurück. Frei nach dem Motto: Es ist sicherer in hohe Märkte zu investieren, als in schwächere Märkte nachzulegen. Der verstorbene Börsenguru Kostolany würde sich im Grabe herumdrehen. Warum? Weil die Anleger immer noch nicht verstanden haben, sich antizyklisch zu verhalten. Deshalb meine Damen und Herren, schaffen Sie sich jetzt die hervorragende Ausgangsposition aus der Poolposition in die Winterralley zu starten. Investieren Sie jetzt. Die Zeiten sind günstig.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Ihre

Rosemarie Ködel

Das neue Jahrtausend ist nun bereits ein halbes Jahr alt und der große Crash ist ausgeblieben.

Noch wesentlich erfreulicher ist, dass mit dem neuen Jahr auch ein Stimmungsumschwung stattgefunden hat. Waren bei den Allensbachern im Sommer 1999 bei der Frage »Sehen Sie dem neuen Jahrtausend mit Hoffnung oder Befürchtungen entgegen?« noch 45% der Befragten positiv gestimmt, waren es am Anfang des Jahres 2000 bereits 63%.

Ein höherer Wert von Hoffnungen ist in 50 Jahren bei den Allensbachern nur ein einziges mal verzeichnet worden. Dies war nach dem Mauerfall 1989. Befürchtungen im Blick auf die Zukunft hegten im Jahr 2000 nur 10%, auch dieser Wert ist bei den Allensbachern in fünfzig Jahren noch nicht da gewesen. Dieser Stimmungsumschwung erfasst zur Zeit alle Bereiche des täglichen Lebens auch die Literatur und den Film, von der Börse und der Politik ganz zu schweigen (Steuerreform, Rentenreform).

Wir bleiben bei unserer Prognose, die nächsten Jahre werden gute Jahre. Solides Wachstum wird von moderaten Inflationsraten begleitet und die Arbeitslosenquoten werden in einem, vor einem Jahr noch kaum möglich gehaltenen Maße, sinken. Dieser Optimismus ist auch an der Börse zu spüren, sie läuft und läuft... selbst wenn einige Werte z.B. im Technologiebereich und Neuen Markt Kurskorrekturen hinter sich haben.

Diese Kurskorrekturen haben auch dazu geführt, dass sich etliche »Zocker« verabschiedet haben und viele geschätzte Privatanleger die Hilfe von Fondsmanagern in Anspruch nehmen und Ihr Geld lieber professionell verwalten lassen, als in eigener, oft mühsamer Arbeit den Markt zu beobachten. Denn auch die Insider-Tipps in den diversen Börsenzeitungen sind häufig mit Vorsicht zu genießen.

Die Börse in der Mittagspause

Optimismus an der Börse

Im September 1999 berichtete die International Herald Tribune über ein Buch des »Dow Duo´s« James Glassmann, Finanzkolumnist und Kevin Hasset, einem Wirtschaftswissenschaftler. Der Titel des Buches lautet: »Dow 36.000«. Beide prophezeien bis zum Jahr 2003/2004 einen Stand von 36.000 für den Dow.

Aber nicht nur dem Dow werden guten Zeiten vorausgesagt, nein auch dem DAX. Laut Stuttgarter Zeitung vom 30.06.2000 sehen viele Analysten in Frankfurt auch für den DAX nach der Sommerpause rosige Zeiten kommen, ein Anstieg im dritten Quartal auf 7300 bis 7400. Zur Winterzeit ist auch ein Stand von 8200 vorstellbar, der sich bis Ende 2001 auf 8700 Punkte fortsetzen kann.

Doch nun zurück zu unserem »Dow Duo«.

Basierend auf den Recherchen von Professor Jeremy Siegel, verweisen die beiden darauf, dass Aktien nicht risikoreicher als festverzinsliche Anleihen (Bonds) sind und selbst während der schlechtesten 20-Jahresperioden inflationsbereinigt noch einen Gewinn von 1% abgeworfen haben. Während Staatsanleihen in einer vergleichbaren Periode den Anlegern einen Verlust von 3% eingebracht haben. Bei einer Anlagedauer von 20 Jahren ist das Risiko beider Anlageformen vergleichbar gering. Das »Dow Duo« greift auch die spannende Frage auf, die Anleger und Berater alle Jahre wieder beschäftigt und beunruhigt: Ist der Markt überbewertet? In manchen Bereichen hat bereits eine Wertberichtigung stattgefunden. Außerdem hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass viele der traditionellen Bewertungsmethoden fehlerhaft waren und als Prognoseinstrument versagt haben.

Das Fazit des »Dow-Duo´s«: Gut beraten sind die Anleger, die einen langen Anlagehorizont haben und die die Börse nicht als Casino betrachten. Also langfristig investiert sind und bleiben. Hier decken sich unsere Meinungen vollkommen. Und welches ist nun der richtige Moment zum einsteigen? Ganz einfach: der Moment in dem Sie das Geld haben.

Das Land der aufgehenden Sonne

Ein Engagement in Japan!?!

Zwar ist der Kurs des Yen ein steter Felsen in der Brandung, dessen ungeachtet durchlebt die japanische Wirtschaft einen grundlegenden Wandel. Vorbei sind die Zeiten, als es im Land der aufgehenden Sonne keine Arbeitslosen gab, ein Arbeitsplatz auf Lebenszeit Standard war und die Japaner mit Dumping-Preisen den Markt überrollten. Doch nun finden auch hier Umstrukturierungen statt, man höre und staune, oft mit »abendländischer« oder amerikanischer Unterstützung. Und die Wirtschaft erholt sich langsam, nach einem fulminanten Börsenendspurt im letzten Jahrtausend und einer Kurskorrektur von zum Teil 50%, werten viele Analysten Japan als den interessantesten Aktienmarkt des Jahres 2000.

Maintrust Japan New Horizont

Erwähnenswert hier die Aktienfonds von Invesco GT Japan und Japan Enterprise. Beim zweiten ist der Name Konzept, er investiert in Spezial- und Nebenwerte; Wertentwicklung seit Auflage 05.95 ca. 200%. Der Japan Growth ivestiert in Standardwerte. Hier liegt die Wertentwicklung seit Auflage 05.95 bei ca. 60%. Diese Werte haben die Kurskorrektur berücksichtigt.

Wertentwicklung

(in %) Fonds Index
s. 1.1.2000 -39,1 -3,3
1 Jahr 29,0 17,5
3 Jahre 107,9 36,6
5 Jahre 184,0 68,2
1999 378,5 121,3
1998 12,4 -1,4
1997 -33,7 -34,5

Ein völlig neues Konzept hat der Maintrust Japan New Horizont. Dieser Fonds legt Wert auf modernes Management, schlanke Hierarchien und Share-Holder-Value-Politik der Unternehmen. Der Fondsmanager sieht in dem japanischen Reformprozess den idealen Nährboden für junge Unternehmen in den Wachstumsbranchen Telekommunikation, E-Commerce und Health-Care.

Die Märkte der Zukunft

Egal welche Zeitung Sie aufschlagen, jedem springt es ins Auge. Der Markt der Zukunft heißt Biotechnologie. Es ist schon eine verlockende Vorstellung, dass Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Alzheimer, Multiple Sklerose ... mit Hilfe der Biotechnologie behandelt und geheilt werden können. Einer der herausragendsten Fonds in diesem Bereich ist der Lacuna Biotechnologiefonds.

Diesem Fonds steht ein Expertenteam der Medical-Strategy zur Seite und Engagements werden unter ethischen Überlegungen heraus getätigt. Die Auslegung ist ganz alleine auf innovative Medikamente ausgerichtet. Der Wertzuwachs dieses Fonds beläuft sich seit Auflegung 01.04.1999 auf 163%. Der Lacuna investiert in Unternehmen der zweiten Reihe mit enormen Aufstiegspotentialen.

Etwas Technologie gefällig?

Die Zeitschrift Finanzen titulierte im Februar 2000 die Fondsgesellschaft Janus als: Janus der Himmelsstürmer. Keine andere amerikanische Fondsgesellschaft war so erfolgreich wie diese. Keine erzielte nachhaltig solch hervorragende Performance. Keine andere erhielt solch hohe Mittelzuflüsse. Womit ist dieser Erfolg zu erklären? Die Manager von Janus erklären dies mit dem konsequenten und kompromisslosen Auswahlansatz. Weltweit werden jährlich rund 2000 Unternehmen besucht und rund 20.000 Unternehmen untersucht und bewertet, um die erfolgversprechenden Branchen und Marktsegmente herauszufinden. Aus diesen erfolgsversprechenden Segmenten werden nun die Marktführer herausgefiltert und deren Aktien werden gekauft. Im Grunde genommen ganz einfach. Als zweiter Schritt werden Aktien von den Unternehmen gekauft, die in fünf bis zehn Jahren in der Lage sein könnten die bisherigen Marktführer abzulösen. Ein Grund, warum die Anzahl der Aktien im Portfolio der Janusfonds sehr reduziert ist - lt. der Zeitschrift »Finanzen« jedoch auch die Achillesferse vor allem bei den Technologiewerten. Die Janusmanager sind sich ihres Risikos voll bewusst und halten dennoch daran fest, da die Ausrichtung der meisten Fonds nicht festgenagelt ist und daher auch die Anlageschwerpunkte gewechselt werden können.

Wertzuwachs p.a. in US-$ per 01/00

  Janus Twenty Fund  Janus All Cap Growth Fund
Aufgelegt am: 30.5.85 29.12.95
1 Jahr 48,60% 68,39%
3 Jahre 48,03% 54,35%
5 Jahre 43,10% -,-
10 Jahre 27,61% -,-
Seit Auflegung 23,48% 48,29%
1999 73,05% 97,48%
1998 73,39% 56,97%
1997 29,70% 26,82%
1996 27,85% n.a.
1995 36,22% n.a.

Wie sind unsere Empfehlungen zu bewerten?

Wir bemühen uns ständig, Ihnen Fonds vorzustellen, die auf bestimmte Branchen oder Marktsegmente spezialisiert sind, von denen wir - auf die nächsten Jahre gesehen - ein gutes Wachstum erwarten. Diese Fonds bilden keine Basisinvestition, sondern sind nur als Beimischung zu sehen. Sie unterliegen zum Teil einer hohen Volatilität, was bei Sparplänen von großen Nutzen ist.

Aber nicht nur die hier vorgestellten Fonds sind ein Engagement wert. Aus unserer gesamten Fondspalette finden wir im persönlichen Gespräch bestimmt den Fonds, der zu Ihnen passt.

Noch ein paar Worte zu Versicherungen

Eine der uns am meisten gestellten Frage von Privatleuten ist die: »Welche Versicherungen sind denn nun wirklich wichtig?« Kann diese Frage kurz und bündig beantwortet werden, ist nicht jeder Mensch in seiner Natur anders geartet? Der eine strebt nach mehr Sicherheit, dem anderen ist es vollkommen gleichgültig, was im Fall der Fälle sein wird.

Selbstverständlich berücksichtigen wir die individuelle Situation jedes Menschen. Trotzdem gibt es ein bis drei Versicherungen, die zum Pflichtprogramm gehören.

Haben Sie sich schon mal gefragt, was passiert, wenn Sie einem anderen einen Schaden zufügen? Wenn Sie z.B. unachtsam über die Straße gehen und dadurch eine Unfall verursacht wird? In diesem Fall hilft Ihnen die Privathaftpflichtversicherung. Diese schützt Sie z.B. vor den Schadensersatzansprüchen Dritter. Denn laut BGB haftet jeder Mensch mit seinem Privatvermögen.

Wie leben Sie weiter, wenn Sie bedingt durch Krankheit oder Unfall Ihre Arbeitskraft verloren hätten? Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt Sie, egal ob selbständig oder sozialversicherungspflichtig tätig, mit einer Rentenzahlung in Höhe der versicherten Summe bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit. Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann in verschiedenen Varianten vereinbart werden, als selbständige Risikoversicherung, als Risikolebensversicherung mit BU-Rente, oder als kapitalbildende Versicherung mit BU-Rente. Die beste Lösung für Sie findet sich am besten bei einem Beratungsgespräch.

Was passiert mit Ihrer Familie, Ihren Kindern, ihren eigenen vier Wänden, wenn das unerfreuliche Ereignis Ihres Todes eintreten würde? Für diesen Fall können Sie mit einer Risikolebensversicherung vorbeugen. Die Höhe sollte mindestens das zweifache Jahreseinkommen betragen. Je höher desto besser für die Hinterbliebenen. Bei einer Finanzierung sollte die Höhe der Verbindlichkeiten abgesichert sein. Hier bieten sich auch fallende Versicherungssummen an. Diese fallen analog Ihrer Tilgung. Beachten sollten Sie, dass Sie die Risikolebensversicherung nicht nur in ausreichender Höhe, sondern auch mit ausreichender Laufzeit abschließen. Denn kündigen können Sie immer, verlängern oftmals nicht.

Sie erkennen, dass Sie in nächster Zeit Ihren Versicherungsbestand überprüfen sollten, Anruf genügt und Sie und Ihre Familie können Ihr Leben bestens versichert genießen.

Direktversicherungen: Top-Leistungen zu Discount-Beiträgen - geht das?

Immer wieder ziehen wir die Ratings und Rankings der sogenannten Direktversicherungen in diversen Testzeitschriften in Zweifel. Die Frage die uns bewegt: Können die hohen Ablaufrenditen tatsächlich erwirtschaftet werden?

Das Manager Magazin 11/99 und der Gerlach-Report haben uns nun wieder bestätigt. Die hohen Ablaufleistungen des Dauer-Testsiegers Hannoversche Leben können in letzter Zeit nur noch mit Tricks dargestellt werden. Diese Tricks riefen das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen auf den Plan. Und dieses ließ dem Unternehmen eine Abmahnung ins Haus zustellen. Zu Beginn des neuen Jahrtausends musste der Vorstandsvorsitzende von Uckermann die Gewinnbeteiligungen seiner Policen kürzen. Denn die Bewertungsreserven auf Aktien und Anleihen, mit denen er auch in Niedrigzinsphasen seine Renditen hochhalten konnten, sind besorgniserregend zusammen geschmolzen. Dies hat nichts mit der globalen Erderwärmung zu tun, sondern mit der gewagten Anlagepolitik seines Hauses. Die Abschreibung auf Aktien und Anleihen betrug im Jahr 1999 knapp 245 Millionen. In 1997 waren es ca. 29 Millionen.

Für ein Lebensversicherungsunternehmen ist diese Form der Anlage sehr riskant, besonders wenn es sich um ein vergleichsweise kleines Unternehmen handelt. Auch bei Versicherungen gilt: Qualität hat Ihren Preis - wir beraten sie gerne, welche Versicherung Ihnen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

In eigener Sache...

Am 23.10.2000 haben wir unsere nächste Cappuccino-Piazza geplant. Sicher ist jedoch noch nicht, ob es uns gelingt, die Referenten aus dem Bereich Europa und Japan auf diesen Termin einzuschwören. Sollte dies nicht gelingen, dann steht ein Ersatztermin im Frühjahr 2001 an.

Die derzeit geplante Veranstaltung wird im Ludwig-Uhland-Saal in Stuttgart-Vaihingen stattfinden. Beginn ist 19.30, das Ende ist gegen 21.30 geplant. Diskussionen sind erwünscht. Auf Ihr Kommen freuen wir uns.

Vorschau

In unserem nächsten Economix beschäftigen wir uns mit dem Thema »Erben und Schenken«. In loser Folge wollen wir Ihnen einen kleinen Ratgeber über dieses Thema zusammenstellen. Außerdem wollen wir Ihnen Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge vorstellen und auf Änderungen der gesetzlichen Grundlagen hinweisen.

Sonderthema Frauen und Finanzen

Only »Diamonds are the Girls best friends«?

Die Frau, das unbekannte Wesen? Eine Umfrage der Metzler Investment ergab, dass 80% der befragten Frauen bereits schlechte Erfahrungen mit Finanzdienstlern gemacht haben. 30% fühlen sich schlicht und ergreifend nicht ernstgenommen. 45% bemängeln die Analyse der Kundensituation und 35% die Kommunikation.

Wobei nicht zwangsläufig die Forderung erhoben wird, dass die Beratung für Frauen nun von Frauen kommen muss. Meines Erachtens leider, da viele Finanzberaterinnen entweder in der gleichen Situation sind oder waren wie die Kundin, müsste hier eine bessere Kommunikation und Beratung die Folge sein. Sprich: Frauen müssten für die besonderen Umstände und Versorgungsproblemen von Frauen die geeigneteren Ansprechpartnerinnen sein.

Sie müssten wissen, dass sich die klassischen Lebensläufe in der Regel von Mann und Frau unterschiedlich darstellen. Denn nach wie vor bekommen die Frauen die Kinder. Und nach wie vor bleiben zu 95% die Frauen vorübergehend oder für längere Zeit zu Hause.

Vielleicht beißt sich bei dieser Umfrage die berüchtigte Katze wieder in den Schwanz. Und es könnte der Satz zutreffen: Frauen trauen anderen Frauen nicht so viel zu wie Männern!

In meiner weiblichen Kundschaft beobachte ich dies indes nicht. Ich beobachte, dass meine weiblichen Kundinnen sehr offen und vertrauensvoll bei der Beratung und auch nach dem Abschluß sind. Vielleicht trifft hier eher das Wort vom »Frauen-Network« zu.

Womit wieder belegt ist: Frauen kommen langsam, aber unaufhaltsam. Denn Frauen arbeiten ruhiger mit dem Geld, überlegen mehr und wechseln im Schnitt weniger. Und Sie erzielen mit dieser Strategie die besseren Ergebnisse. Prominente Beispiele sind Fondsmanagerinnen wie Elisabeth Weisenhorn (ehemals DWS) Corinna Eller (VMR) und Carmen Weber (Metzler Investment), die regelmäßig die Benchmarks Ihrer vornehmlich männlichen Kollegen schlagen.